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1. Bundesliga

"Für mich war keine andere Antwort möglich"

Alberto Chaparro über seinen Einsatz als Bundesliga-Trainer, die Entwicklung junger Talente und Volleyball in Schweden

Hallo Alberto, du hast als Volleyballtrainer in deiner Heimat Spanien, in Schweden sowie der Schweiz gearbeitet und bist nun (wieder) in Deutschland tätig. An welche Saison, an welche Station erinnerst du dich spontan am schnellsten?

Alberto Chaparro: Schwer zu sagen, ich habe an jeden Ort viele Erinnerungen – gute und schlechte, beide Arten sind nötig, um als Person und als Coach weiter zu wachsen. Aber als erstes fällt mir da Schweden ein. Nicht weil es dort am bequemsten war – denn wenn ich nur daran denken würde, käme das Zuhausesein an erster Stelle. Schweden wird sportlich gesehen immer ein Teil von mir als Trainer sein, vor allem die sechs Jahre, die ich mit dem Nationalteam verbracht habe und in denen ich Teil seiner Entwicklung sein durfte.

Wie würdest du die Unterschiede in den besagten Ländern in Sachen Volleyball charakterisieren, was Spielniveau, Mentalität der Spielerinnen und Fan-Interesse betrifft?

Alberto Chaparro: Es gibt einen großen Unterschied bezüglich Organisation und Professionalisierung in Spanien und Schweden im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz. Damit ist klar, dass sich auch das sportliche Level deutlich unterscheidet. Zwar gibt es in Spanien Teams auf ziemlich hohem Niveau, aber für die Liga allgemein gilt das nicht. Die Mentalität der Spielerinnen hat sich, finde ich, in den letzten Jahren insgesamt gewandelt – aber nicht abhängig von einem einzelnen Land.

Du hast 2015/16 eine Saison in Straubing gearbeitet. Was hat dich bewogen, acht Jahre später nach Bayern zurückzukehren und nun bei der Nr. 1 im Freistaat anzuheuern?

Alberto Chaparro: Die Art, wie meine Zeit damals in Straubing zu Ende ging, war nicht das, was ich wollte. Mit Blick auf die Bundesliga und das Niveau der Mannschaften blieb Deutschland immer ein Land, dem meine Aufmerksamkeit galt und in das ich gerne zurückkehren wollte. Vor vier Jahren hätte es mit den Raben fast schon geklappt, aber damals sind wir nicht zusammengekommen. Als Guillermo Gallardo Sportdirektor wurde, gab es eine neue Chance – und diesmal habe ich mich entschieden, sie zu ergreifen.

Du bist im letzten Sommer nach Vilsbiburg gekommen, um die zweite Mannschaft der Raben mit vielen jungen Spielerinnen zu coachen. Ist es ein spezieller Schwerpunkt deiner Trainerarbeit, Talente weiterzuentwickeln?

Alberto Chaparro: Wenn die Idee der Akademie klar ist, dann ist unser Ziel die Entwicklung junger Spielerinnen, und wir widmen dieser Entwicklung in allen Facetten spezielle Aufmerksamkeit – ohne den Fokus auf Ergebnisse zu richten. Wenn sie – wie in dieser Saison – noch dazukommen, dann kämpfen wir darum, aber sie werden nie unser Hauptziel sein. Das Ziel der Arbeit – ob kurz- oder langfristig – muss die Weiterentwicklung der Spielerinnen in allen Aspekten sein.

Gleichwohl hast du „Ja“ gesagt, als dich das Raben-Management im Februar nach der Trennung von Juan Diego Garcia Diaz als Nachfolger im Amt des Bundesliga-Trainers angesprochen hat. Hast du lange überlegt, bevor du zugesagt hast?

Alberto Chaparro: Als Teil des Clubs ist das eine leichte Antwort. Als Trainer versuche ich, den Spielerinnen beizubringen, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein mit allen Anstrengungen und auch Opfern, die es zum Gesamtwohl braucht, auch wenn es vielleicht manchmal nicht das Beste für die einzelne Person ist. Also war für mich in dieser Situation keine andere Antwort möglich – nicht weil ich mich verpflichtet fühlte, sondern weil ich davon überzeugt war, dass das getan werden muss und weil ich mich für diese Aufgabe qualifiziert fühle. Etwas anderes ware es gewesen, wenn ich nicht daran geglaubt hätte, helfen zu können. Dann ware ich ehrlich gewesen und hätte dies gegenüber dem Club kommuniziert.

Last not least: Was machst du, wenn du mal nicht mit Volleyball beschäftigt bist?

Alberto Chaparro: Was ich auf diese Frage antworten soll, weiß ich momentan gar nicht (schmunzelt). In den letzten zwei Monaten ging es bei mir eigentlich ausschließlich um Volleyball. Aber es war ja meine Entscheidung. Wenn etwas mehr Ruhe in mein Leben einkehrt, gehe ich wieder zum Trainieren ins Fitnessstudio; und wenn dann noch gutes Wetter dazukommt und meine Schulter mitspielt, widme ich mich einer Sportart, die ich liebe: Padel. Um nicht jeden Tag gestresst zu sein, ist es für mich sehr wichtig, Zeit mit Freunden zu verbringen.

(Interview: Michael Stolzenberg/Foto: Andreas Geißer, Hermann Boxleitner)

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