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1. Bundesliga

"Es hat mich zugleich schwindlig und süchtig gemacht"

Cayetana López Rey über den Weg von Madrid nach Vilsbiburg, ihren Sprung in die Bundesliga und einen überraschenden Lieblingsclub

Hallo Cayetana, du bist 2022 aus deiner spanischen Heimat nach Vilsbiburg gekommen. Was waren deine Gründe, mit gerade einmal 17 Jahren ins RabenNest zu flattern?

Cayetana López Rey: Seit ich mit Volleyball angefangen habe, war es mein Traum, in die Fußstapfen meiner Mutter zu treten und außerhalb meines Landes zu spielen. Sie ließ ihr Land hinter sich, um ihre Chance in Spanien zu suchen – und so war auch ich neugierig, wie das Leben anderswo sein, welche Art von Volleyball mich dort erwarten und wie weit ich mich in Zukunft entwickeln würde. Dank der Unterstützung meiner Familie war alles viel einfacher; ohne sie hätte ich das in so jungen Jahren nicht gewagt.

Du kommst aus der Weltstadt Madrid. Wie groß ist da die Umstellung auf das Leben in Niederbayern, was hat dich anfangs am meisten überrascht bzw. herausgefordert?

Cayetana López Rey: Stimmt, ich wurde in Madrid geboren, aber aufgewachsen bin ich in der Provinz Guadalajara, Castilla la Mancha. Die größten Herausforderungen zu Beginn waren für mich die Zeitpläne – die Öffnungszeiten der Geschäfte bzw. die Tatsache, dass sonntags alles geschlossen ist. Das hat mich überrascht, aber ich habe mich allmählich daran gewöhnt. Ich fühlte auch den Unterschied, was die Menge an Menschen betrifft, die man auf der Straße sieht. In Madrid sind immer überall Leute, was manchmal überwältigend ist. Hier ist alles viel ruhiger, und manchmal bin ich auch froh darum. Und was mir wirklich aufgefallen ist: wie sauber hier die ganze Stadt ist und wie die Vilsbiburger darauf achten, dass das auch so bleibt. Wenn du durch die Stadt oder den Park gehst, siehst du nichts herumliegen. Das ist für mich einer der positivsten Eindrücke, den die Region auf mich hinterlassen hat.

Interessierst du dich für Fußball? Bist du Fan von Real oder Atlético Madrid?

Cayetana López Rey: Ich bin kein Fußball-Fan im engeren Sinn, aber von Zeit zu Zeit schaue ich gerne mit meinen Brüdern ein Spiel. Und sorry, liebe Real-Fans: Ich bin mehr Atlético-Fan.

Der wohl aufregendste Moment deiner jungen Karriere war im Januar beim Auswärtsspiel in Dresden, als sich Anna Spanou nach wenigen Ballwechseln einen Kreuzbandriss zuzog und du für sie eingewechselt wurdest. Wie war das für dich – vor 3.000 Zuschauern in der fast ausverkauften Margon-Arena ins kalte Bundesliga-Wasser geworfen zu werden?

Cayetana López Rey: Es tut mir sehr leid für Anna; ich hoffe, dass sie nach ihrer Verletzung bald zurückkommt. In der Situation damals, als sie am Boden lag und klar war, dass sie zumindest für dieses Spiel raus musste, war ich etwas paralysiert. Man weiß in diesem Moment nicht, wie man reagieren soll. Alle sagten zu mir: Mach dich warm und bleib ruhig, Cayetana, du wirst das sehr gut machen. Aber ich startete sehr nervös – Dresden ist ein großartiges Team, und die Halle war voll. Es war eine ganz spezielle Situation, sie hat mich einerseits schwindlig gemacht, zugleich aber auch süchtig. Ich spielte in der Bundesliga, hatte also ein Ziel erreicht, das ich mir selbst gesetzt hatte. Ich versuchte, das Spiel so gut wie möglich zu genießen. Meine Teamkolleginnen haben mich die ganze Zeit ermutigt und unterstützt, so dass ich mehr Selbstvertrauen bekam. Es war eine Erfahrung, an die ich mich immer erinnern werde.

Wie siehst du generell deine Entwicklung in Vilsbiburg in den letzten anderthalb Jahren? Wo hast du die größten Fortschritte gemacht, wo möchtest du dich weiter verbessern?

Cayetana López Rey: Meine letzten 18 Monate in Vilsbiburg hatten Ups und Downs – sehr gute Momente, gute und auch weniger gute, wie das im Leben so ist. Ich habe mich als Mensch und als Spielerin entwickelt. Der größte Schritt aus meiner Sicht war, dass ich es nach einer Verletzung und der anschließenden Reha zurückgeschafft habe. Wie ich in diesen Monaten gearbeitet habe, darauf bin ich stolz. Verbessern möchte ich mich in vielen Dingen; ich denke, ich bin zu jung, um mich da auf etwas Spezifisches zu fokussieren. Mein Ziel ist es, weiter zu lernen und mich insgesamt zu verbessern.

Was ist dein Traum als Volleyballspielerin?

Cayetana López Rey: Ob das ein Traum ist, weiß ich nicht – aber ich würde gerne mein Limit in diesem Sport herausfinden und sehen, wie weit es für mich gehen kann. Wie jeder Profisportler möchte ich in den Ligen mit dem höchsten Niveau spielen.

Bist du neben dem Sport auch anderweitig engagiert, etwa in einem Studium?

Cayetana López Rey: Ja, ich absolviere ein Online-Studium in Psychologie. In diesem Bereich würde ich nach meiner Volleyball-Karriere gerne arbeiten.

Wenn Volleyball mal Pause hat: Was sind deine Hobbies jenseits des Sports?

Cayetana López Rey: Ich reise gerne viel. Mein aktuelles Leben lässt da, von den Reisen zu Spielen abgesehen, nicht viel zu. Aber wenn ich Zeit habe, bin ich mit meiner Familie oder Freunden unterwegs.

(Interview: Michael Stolzenberg/Foto: Andreas Geißer, Hermann Boxleitner, Bruno Bounty Photography)

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