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2. Bundesliga Pro

“Wie eine weiße Tafel, auf die man eine neue Geschichte schreiben konnte”

Yeisy Soto über Start und Entwicklung des Raben-Teams, die Playoffs als neues Turnier und glückliche Menschen in Cartagena

Hallo Yeisy, du kommst aus Cartagena in Kolumbien, das als “Perle der Karibik” bezeichnet wird. Wie würdest du die Stadt, ihre Menschen und das Leben dort beschreiben?

Yeisy Soto: Geboren bin ich in Sincelejo in der Nähe von Cartagena, aber schon vor meinem ersten Geburtstag kam ich nach Cartagena und habe dann dort gelebt. Ich würde die Stadt als Sommerdestination beschreiben, denn wir haben keinen Winter, die Temperaturen liegen das ganze Jahr bei 25 bis 35 Grad. Wir sind allgemein glückliche Menschen – wenngleich nicht jeder den besten Lebensstatus hat, versuchen wir immer, auch in allem, was nicht so gut ist, etwas Gutes zu finden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Deutsche, der die Chance hat, nach Cartagena zu kommen, es lieben wird, denn es ist eine historische Stadt mit bunten Häusern, es gibt gutes Essen, Musik, Strände und Inseln in der Nähe.

Du bist 2016 nach Europa gekommen und dann sechs Jahre in Béziers/ Frankreich geblieben, was im Profivolleyball eine lange Zeit ist. Kann man sagen, dass du als Spielerin und Mensch sehr treu und loyal bist, wenn du dich wohlfühlst?

Yeisy Soto: Ja, absolut. Zu den wichtigsten Dingen für mich gehört neben guten sportlichen Rahmenbedingungen das Gefühl, sich an diesem Ort zu Hause zu fühlen, Leute um mich herum zu haben, die mich respektieren, ein Team, das kämpft und hart arbeitet. Und dieses Jahr kommt für mich noch dazu, dass mein Mann hier mit mir lebt, das gibt mir ein besonders gutes Gefühl.

Logische Anschlussfrage: Kannst du dir vorstellen, auch in Vilsbiburg sechs Jahre zu bleiben? Nach dieser Saison wären es noch vierJ

Yeisy Soto: Wie gesagt, die Voraussetzungen hier sind gut. Der Club ist ambitioniert, ich mag die Leute. Trotzdem kann ich natürlich jetzt nicht sagen, dass ich für immer in Vilsbiburg bleibe, aber wer weiß? Warum nicht?

Am Anfang der Saison waren Britte Stuut und du die einzigen beiden Spielerinnen aus dem letztjährigen Team, die geblieben sind. Wie hat es sich angefühlt mit einer ansonsten komplett neuen Mannschaft und auch neuem Trainer?

Yeisy Soto: Ich spiele jetzt schon über sechs Jahre professionell Volleyball, ich kenne also alle möglichen Situationen. Ein neues Team (mit Britte, unserer Physiotherapeutin Elli und unserem Scout Alejandro) um mich zu haben, war eine gute Herausforderung, um neue Ziele zu erreichen. Es war, wie eine weiße Tafel vor sich zu haben, auf die man eine neue Geschichte schreiben konnte, und das hat mir gefallen.

Wie würdest du den bisherigen Saisonverlauf zusammenfassen, was ist möglich in der Zwischenrunde und in den Playoffs?

Yeisy Soto: Wir haben gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, die jeden Gegner in dieser Liga schlagen kann. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass die meisten Spielerinnen in einem Entwicklungsstadium ihrer Karriere sind. Und dann ist es manchmal nicht einfach, in der Bundesliga gegen Teams zu spielen, die mehr erfahrene Spielerinnen in ihren Reihen haben. Ich glaube jedenfalls fest daran, dass wir, wenn wir gemeinsam hart arbeiten, den höchsten Punkt in der Liga erreichen können. Es ist einfach ein Prozess, wenn du so eine junge Mannschaft hast. Wir haben die gleiche Chance, die Bundesliga zu gewinnen wie jedes andere Team, wenn die Playoffs beginnen – also wollen wir sie quasi als „neues Turnier“ betrachten und in Angriff nehmen.

Was machst du, wenn du nicht Volleyball spielst oder trainierst, hast du auch ein Faible für andere Sportarten?

Yeisy Soto: Das klingt vielleicht seltsam, aber ich mag es nicht, einen anderen Sport zu betreiben außer Volleyball. Nicht einmal Beachvolleyball! Ich lese gerne Bücher, beschäftige mich mit neuen Kulturen, lerne neue Sprachen, schaue Serien und Filme an, verbringe Zeit mit Familie und Freunden, tanze – und eines der Dinge, die ich am meisten mag, ist Essen – jajajaJ

Last not least: Hast Du schon irgendwelche Pläne, was das Leben nach deiner aktiven Laufbahn betrifft?

Yeisy Soto: Ich interessiere mich für Business Management (was ich auch studiere), kann mir eine Tätigkeit im Marketingbereich oder als offizielle Übersetzerin vorstellen.

(Interview: Michael Stolzenberg/Foto: Andreas Geißer, Hermann Boxleitner, Bruno Bounty Photography)

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