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Die Marschroute ist klar: Ein Sieg in Hörde

Die Roten Raben wollen konzentriert und fokussiert in die Begegnung beim TV Hörde gehen.Die Roten Raben wollen konzentriert und fokussiert in die Begegnung beim TV Hörde gehen.

Vilsbiburg. Es ist wieder eine dieser Aufgaben, die Trainer Guillermo Gallardo so gar nicht mag. Eine Begegnung, die auf dem Papier klar erscheint – und genau deshalb ihre ganz eigenen Tücken birgt. Am Samstag um 19.30 Uhr müssen die Roten Raben beim Tabellenvorletzten TV Hörde antreten. Eine Mannschaft, die bislang nur drei ihrer 22 Spiele gewinnen konnte. Die Raben hingegen stehen mit beeindruckenden 22 Siegen aus 23 Partien an der Spitze.

Doch Zahlen erzählen nicht immer die ganze Wahrheit. Schon im Hinspiel wurde deutlich, wie unbequem Hörde sein kann. In der Vilsbiburger Ballsporthalle lieferten sie den Gastgeberinnen einen leidenschaftlichen Kampf, warfen sich in jeden Ballwechsel und verlangten Pia Fernau & Co. alles ab. Es war ein hartes Stück Arbeit, bis der Sieg schließlich unter Dach und Fach war. Genau solche Spiele sind es, die zeigen: Unterschätzen darf man diesen Gegner keinesfalls.

Für Guillermo Gallardo ist deshalb klar, worauf es ankommt: Seine Mannschaft muss von der ersten Sekunde an hellwach sein. „Wir müssen schnell auf Betriebstemperatur kommen“, fordert er eindringlich. Denn wenn Hörde vor eigenem Publikum ins Rollen kommt, kann es unangenehm werden.

Die Voraussetzungen sind dabei nicht ideal. Die Roten Raben reisen erst am Samstag an – sieben Stunden Busfahrt haben die Spielerinnen dann in den Beinen, bevor überhaupt der erste Ball gespielt ist. Dazu kommt die Spielpause am vergangenen Wochenende. Schon zuletzt war zu spüren, dass der Rhythmus nach einer Pause erst wieder gefunden werden muss.

Doch Ausreden lässt Gallardo nicht gelten. „Wir müssen die Gegebenheiten so nehmen, wie sie sind“, stellt er unmissverständlich klar. Und genau diese Haltung fordert er auch von seinem Team. In den Trainingseinheiten dieser Woche hat er immer wieder betont, wie wichtig es ist, die Spannung hochzuhalten. Nachlassen? Jetzt ganz sicher nicht. Dafür ist die Saison noch nicht gelaufen.

Auch taktisch wird die Aufgabe anspruchsvoll. Hördes Spiel konzentriert sich stark auf die Mitte. Mit Emma Neukirchen und Maren Mäß stehen dort zwei gefährliche Mittelblockerinnen. Zudem rotiert Trainer Mathias Goldenbogen sein Team häufig, was es noch schwerer macht, sich einzustellen. Klar ist: Die Roten Raben müssen wach, flexibel und hochkonzentriert sein.

Und dann ist da noch dieser zusätzliche Faktor: die Motivation des Außenseiters. Gegen den Tabellenführer wächst jede Mannschaft über sich hinaus. Jeder Ball wird gefeiert, jeder Punkt hart erkämpft.

Trotz allem ist die Marschroute eindeutig. Die Roten Raben fahren nicht nach Hörde, um mitzuspielen – sie fahren, um zu gewinnen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, betont Gallardo entschlossen. Doch er weiß auch: Der Gegner ist gefährlicher, als es die Tabelle vermuten lässt. Zwar hat Hörde zuletzt drei Spiele in Folge verloren, konnte davor aber gegen Düsseldorf gewinnen und zwang Dresden sowie Grimma in den Tiebreak. Die Botschaft des Trainers ist deshalb klar und eindringlich: „Wir müssen Hörde auf alle Fälle ernst nehmen.“

Und genau darin liegt die wahre Herausforderung dieses Spiels.

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