Die weiße Weste soll bleiben
Auch gegen den TV Dingolfing wollen die Roten Raben den Tekt vorgeben.
Vilsbiburg. Einsam ziehen die Roten Raben ihre Kreise an der Spitze der Sparda 2. Liga Pro – und sie tun das mit beeindruckender Souveränität. Zehn Punkte Vorsprung auf Verfolger NawaRo Straubing sprechen eine klare Sprache. Die Vilsbiburgerinnen dominieren die Liga und wollen auch am kommenden Samstag ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben. Um 19 Uhr kommt es in der Ballsporthalle zum Niederbayernderby gegen den TV Dingolfing.
Derby – das bedeutet Emotionen, Leidenschaft und oft auch unvorhersehbare Momente. Doch trotz aller Derby-Romantik macht Raben-Trainer Guillermo Gallardo keinen Hehl daraus, was er erwartet: einen Sieg. Am 23. Spieltag wollen die Roten Raben ihre beeindruckende Heimserie fortsetzen und weiterhin ungeschlagen vor heimischem Publikum bleiben.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die beiden Teams bislang unterwegs sind. Die Roten Raben haben von 22 Spielen unglaubliche 21 gewonnen und sich damit 64 Punkte erarbeitet. Der TV Dingolfing dagegen musste in seinen bereits 23 Begegnungen viel kämpfen: Vier Siege und 16 Punkte stehen zu Buche. Zahlen, die eine klare Favoritenrolle für Vilsbiburg unterstreichen.
Doch genau hier mahnt Gallardo zur Vorsicht. Der erfahrene Argentinier weiß nur zu gut, dass ein Derby seine eigenen Gesetze schreibt – und dass in solchen Spielen oft der Kopf entscheidet. „Wir müssen die gegnerische Mannschaft ernst nehmen. Dafür müssen die Spielerinnen in jeder Phase des Spiels die Spannung hochhalten“, fordert er. Nur so könne sein Team das eigene Spiel durchziehen, den Rhythmus bestimmen und sich nicht von der Spielweise des Gegners aus dem Konzept bringen lassen.
Für den TV Dingolfing steht in den kommenden Wochen dagegen sehr viel auf dem Spiel. Die Mannschaft von Trainer Andreas Urmann kämpft um den Klassenerhalt und belegt aktuell Rang 13 – normalerweise der erste Platz über dem Strich. Doch weil die Sparda 2. Liga Pro künftig wieder auf zwölf Teams reduziert werden soll, müssen in den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27 jeweils drei Mannschaften den Gang nach unten antreten. In der aktuellen Konstellation würde auch Dingolfing dazugehören – ein Szenario, das die „Dingos“ unbedingt verhindern wollen.
Am vergangenen Wochenende bot sich ihnen die Chance, im direkten Duell mit den Tabellennachbarn Markkleeberg und Berlin wichtige Punkte zu sammeln. Doch die Ausbeute blieb gemischt: einer klaren 0:3-Niederlage gegen Markkleeberg folgte ein wichtiger 3:1-Erfolg gegen Berlin. An der schwierigen Tabellensituation änderte das jedoch nichts.
Gerade deshalb werden die Gäste aus Dingolfing am Samstag mit enormem Einsatz antreten. Für sie zählt jeder Punkt im Kampf um den Klassenerhalt – und ein Derby bietet immer die Chance, über sich hinauszuwachsen. Die Roten Raben sind also gewarnt.
Besonders im Blick haben müssen die Vilsbiburgerinnen Außenangreiferin Franziska Koob. „Sie bekommt sehr viele Bälle“, analysiert Gallardo – und das nicht ohne Grund: Bereits sechs Mal wurde sie in dieser Saison zur MVP gewählt.
Für den Raben-Coach ist deshalb klar, worauf es ankommt: eine konzentrierte Trainingswoche, fitte Spielerinnen und volle Aufmerksamkeit für die Aufgabe. Wenn sein Team all das auf das Feld bringt, kann am Samstagabend erneut gejubelt werden – und Guillermo Gallardo danach wieder zufrieden nach vorne blicken.
