Niederbayernderby ist eine ganz besondere Herausforderung
Einstimmung auf eine spannende Begegnung: Die Roten Raben treten beim Zweitplatzierten NawaRo Straubing an.
Vilsbiburg. „Es ist ein Spiel wie jedes andere“, sagt Raben-Trainer Guillermo Gallardo und versucht es mit Understatement. Doch jeder weiß: Das stimmt nicht ganz. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Dafür knistert die Luft zu sehr. Am Samstag muss seine Mannschaft beweisen, dass sie zurecht ganz oben in der Tabelle der Sparda 2. Liga Pro steht.
Der Abend verspricht Hochspannung – und zwei ganz besondere Herausforderungen für die Vilsbiburger Volleyballdamen. Um 19 Uhr gastieren sie als Tabellenführer beim direkten Verfolger NawaRo Straubing. Derby. Erster gegen Zweiter. Niederbayerisches Kräftemessen. Mehr Brisanz geht kaum.
Der größere Druck lastet auf Straubing
Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Der Druck lastet vor allem auf den Gastgeberinnen. Straubing hat bereits 19 Spiele absolviert und 48 Punkte gesammelt. Die Roten Raben dagegen haben ein Spiel weniger – und trotzdem schon 52 Zähler auf dem Konto. Wollen die Gäubodenstädterinnen also noch vom Platz an der Sonne träumen, sind sie fast zum Siegen verdammt.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Straubing seit der klaren 0:3-Niederlage gegen die Roten Raben am 18. Oktober kein Spiel mehr abgeben mussten. Oythe, die starken Youngster aus Dresden, Leverkusen – sie alle mussten sich zuletzt geschlagen geben.
Allerdings können auch die Vilsbiburgerinnen mit viel Selbstvertrauen anreisen. Erst am vergangenen Samstag fertigten sie die Wildcats aus Stralsund mit 3:0 ab – ausgerechnet jene Mannschaft, die ihnen bislang als einzige in dieser Saison eine Niederlage zufügen konnte. Eine kleine Revanche, aber auch ein deutliches Ausrufezeichen.
"Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen"
Raben-Trainer Gallardo hat den Gegner akribisch analysiert. Sein Fazit: Straubing ist auf jeder Position gefährlich. Spielerinnen wie Valbona Ismaili, Amber de Tant oder Maia Rackel sind immer für Punkte gut. Mit Paula Gürsching kam im Winter zusätzliche Qualität dazu. Und vor heimischer, lautstarker Kulisse wächst NawaRo Straubing traditionell noch einmal über sich hinaus.
Doch Angst bei den Roten Raben? Fehlanzeige. „Wir haben gut trainiert“, sagt Gallardo entschlossen. „Und ich habe meinen Spielerinnen klar gemacht: Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen. Wir ziehen unser Ding durch.“ Ausreden will er keine gelten lassen. „Die Spielerinnen müssen einfach ihre Leistung bringen.“
Kapitänin Pia Fernau sieht den Druck sogar als Vorteil. „Jeder will uns schlagen, jeder gibt gegen uns ein bisschen mehr. Aber das ist für uns längst Alltag geworden.“ Gerade das habe das Team stärker gemacht. „Wir bleiben ruhig und lassen uns nicht verrückt machen.“
Die Marschroute ist ohnehin klar und Trainer Gallardo bringt es auf den Punkt: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Und genau mit dieser Haltung fahren sie nach Straubing.
