Raben sind mit zehn Punkten Vorsprung Tabellenführer
Da musste alle Emotion heraus: Nach einem harten Kampf besiegten sie den Tabellenvierten TV Planegg-Krailling mit 3:1.
Vilsbiburg. Was für ein Volleyball-Abend! Die Roten Raben Vilsbiburg haben ihren Fans ein Spiel voller Emotionen, Kampfgeist und Nervenstärke geschenkt – und sich am Ende mit einem hart erkämpften 3:1-Sieg (25:22/16:25/25:19/25:20) gegen den Tabellenvierten TV Planegg-Krailling belohnt.
Als der letzte Ball den Hallenboden berührte, entlud sich die Spannung, die 92 Minuten lang in der Ballsporthalle gelegen hatte. Erleichterung, Stolz und pure Freude spiegelten sich in den Gesichtern der Raben wider. Trainer Guillermo Gallardo atmete tief durch. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte er – und jeder in der Halle wusste genau, was er meinte.
Vor rund 780 begeisterten Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein intensives Duell auf Augenhöhe. Planegg-Krailling spielte mutig auf, setzte die Gastgeberinnen früh unter Druck und ließ keinen Zweifel daran, dass sie gekommen waren, um den Favoriten zumindest zu ärgern. So meinte der Gästetrainer Josef Wolf, er sei „superzufrieden mit seiner Mannschaft, denn sie hat heute ihr bestes Saisonspiel gezeigt“.
Raben-Angriff tat sich schwer, eine Lücke zu finden
Die Angreiferinnen der Roten Raben taten sich schwer, eine Lücke im gegnerischen Block zu finden, und zu Punkten zu kommen. Die Angreiferinnen des TV Planegg-Krailling waren hingegen immer wieder erfolgreich, weil sie den Raben-Block anschlugen und der Ball danach ins Aus ging.
Vilsbiburgs Trainer Guillermo Gallardo „tigerte“ unruhig in seiner Coaching-Zone umher und musste mehr taktische Anweisungen geben, als ihm eigentlich lieb war. „Wir mussten immer wieder auf Umstellungen der Planegger Trainers reagieren“, verriet er. Seine Spielerinnen mussten sich jeden Punkt hart verdienen. Doch genau das zeichnet ein Spitzenteam aus: Ruhe in den entscheidenden Momenten. Beim Stand von 21:21 zeigte sich die Klasse der Raben – und Crystal Burk setzte mit ihrem Angriff den erlösenden Schlusspunkt zum 25:22.
Doch wer dachte, der Widerstand der Gäste sei gebrochen, wurde eines Besseren belehrt. Zwar starteten die Raben furios in den zweiten Satz, doch plötzlich kippte die Partie. Planegg-Krailling kämpfte verbissen, während bei Vilsbiburg der Rhythmus verloren ging. Punkt für Punkt entglitt der Satz, bis das ungewohnte 16:25 feststand. Es war ein Moment, der zeigte: Dieser Abend würde kein Spaziergang werden. „Es war ein ständiges Auf und Ab“ beschrieb es Tina de Groot, die erneut zur MVP gewählt wurde. „Wir hatten Probleme den Satz zuzumachen“, erzählt sie weiter und verriet, dass sie das Spiel vom Samstag gegen VCO Dresden „noch in den Knochen hatten. Wir mussten erst unseren Rhythmus finden“.
Drei Monsterblocks machten den Unterschied
Aber genau in solchen Momenten zeigt sich der Charakter der Raben-Mannschaft. Raben-Spielführerin Pia Fernau verriet zwar, dass die beiden schwierigen Spiele kurz hintereinander „fordernd für Kopf und Körper waren“. Planegg-Krailling habe sie ordentlich gefordert, auch weil „die Mannschaft sehr gut auf uns eingestellt war“. Dennoch ließen sich die Rabenspielerinnen nicht hängen. Im Gegenteil, sie kamen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auf das Spielfeld zurück und gaben gleich Vollgas: Über 8:3, 16:10 und 20:12 bauten sie ihre Führung aus. Doch sie durften auch keine Sekunde nachlassen, alle Spielerinnen mussten immer 100 Prozent geben, um die Gäste in Schach zu halten. Nach drei Monsterblocks hieß es nach 22 Minuten 25:19 und die Roten Raben lagen mit 2:1 nach Sätzen wieder vorne. „Auch wenn es Planegg super gemacht hat, haben wir es am Ende besser gemacht“, meinte Tina de Groot und Planeggs Trainer Josef Wolf bestätigte, dass seine Mannschaft zwar über weite Strecken dagegenhalten, am Ende das Niveau aber nicht halten konnte. „Da sind uns die Körner ausgegangen“.
Doch die Gäste steckten auch im vierten Satz nicht auf. Sie pushten sich noch einmal und bis in die Endphase des Satzes wechselte die Führung ständig hin und her. Beim 22:20 vergab Planegg-Krailling allerdings einen Aufschlag und erneut war es Crystal Burk, die mit zwei Punkten hintereinander, den 25:20-Satzgewinn und damit den 3:1-Sieg der Roten Raben unter Dach und Fach brachte.
„Ich bin sehr zufrieden mit meinen Mitspielerinnen“, meinte am Ende Raben-Spielführerin Pia Fernau, der die Erschöpfung deutlich anzumerken war. Und Raben-Trainer Guillermo Gallardo ergänzte, dass sie sich „sehr über den Sieg freuen“. Kein Wunder, mit den beiden Siegen von diesem Wochenende führen die Roten Raben die Tabelle in der Sparda 2. Liga Pro mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten NawaRo Straubing an. Am Montag können die Raben-Spielerinnen erstmal ausspannen, bevor die Vorbereitung auf die Begegnung am kommenden Samstag beginnt. Da müssen die Roten Raben bei DSHS Snowtrex Köln antreten.
