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Rote Raben auf Drei-Punkte-Mission

Auch in Berlin wollen die Rabenspielerinnen alle Angriffsversuche des BBSC im Keim ersticken.Auch in Berlin wollen die Rabenspielerinnen alle Angriffsversuche des BBSC im Keim ersticken.

Vilsbiburg. Wenn Guillermo Gallardo über das kommende Spiel spricht, wird seine Stimme ruhiger – aber auch eindringlicher. „Das wird ein Spiel, das unsere ganz besondere Aufmerksamkeit verlangt“, sagt der Trainer der Roten Raben und schaut dabei jede einzelne seiner Spielerinnen an, als wolle er ihnen diese Botschaft tief ins Herz schreiben.

Am Samstag um 18 Uhr treten die Roten Raben beim BBSC Berlin an: Tabellenführer gegen Tabellenletzten. Auf dem Papier eine klare Sache. Doch genau darin liegt die Gefahr. „Wir dürfen auf keinen Fall nachlässig werden“, warnt Gallardo. „Nur weil es gegen den Letzten geht.“ Denn er weiß: Gerade solche Spiele können über Meisterträume oder über bittere Ernüchterung entscheiden.

Jeder will dem Spitzenreiter ein Bein stellen

Die Roten Raben haben in dieser Saison beinahe alles im Griff. Sie stehen unangefochten an der Spitze der Sparda 2. Liga Pro, Spiel für Spiel haben sie ihre Dominanz gezeigt. Doch mit dem Erfolg wächst auch der Druck. Jeder Gegner will sie ins Straucheln bringen. Jeder will dem Spitzenreiter ein Bein stellen.

Und so wird auch der BBSC Berlin kämpfen – vielleicht mehr als je zuvor. Die Berlinerinnen haben erst einen Sieg auf dem Konto, ein 3:1 gegen den TV Dingolfing. Als sie zu Saisonbeginn in der Vilsbiburger Ballsporthalle gastierten, kassierten der BBSC ein klares 0:3. Damals überschattete die Verletzung von Anna-Lena Vogel die Partie, Trainer Manuel Müller musste ohnehin mit einem stark ausgedünnten Kader antreten. Doch so so etwas schweißt auch zusammen, weiß Raben-Trainer Guillermo Gallardo. Und wer nichts zu verlieren hat, spielt oft mit der größten Freiheit. Die jüngste Niederlage gegen den VCO Dresden mag schmerzen – aber sie könnte auch ein Funke sein. Einer, der Trotz entfacht.

Mission ist klar: Drei Punkte

Gallardo kennt diese Geschichten. Deshalb studierte er zahlreiche Videos. Er sah keine resignierte Mannschaft. Er sah Spielerinnen, die laufen, kämpfen, sich aufrichten. „Sie sind fokussiert und geben trotz der Niederlagen ihr Bestes“, sagt er anerkennend. „Da müssen wir dagegenhalten.“

Während Berlin hofft, reist Vilsbiburg mit Selbstvertrauen – und mit voller Kapelle in die Bundeshauptstadt. Alle Spielerinnen sind fit, die Trainingseinheiten waren intensiv, die Stimmung ist konzentriert. Schon am Freitag macht sich das Team auf den siebenstündigen Weg nach Berlin. „So sind die Spielerinnen ausgeruht“, erklärt Gallardo. „Sie sollen den Kopf frei haben.“

Die Mission ist klar: Drei Punkte.

Denn mittlerweile haben die Raben-Spielerinnen verinnerlicht, was es heißt, gejagt zu werden. Spitzenreiter sein bedeutet nicht nur Jubel – es bedeutet auch Druck. „Wir müssen in jedem Spiel beweisen, dass wir zu Recht ganz oben stehen“, sagt der Argentinier. „Unsere Gegner können befreit aufspielen. Wir nicht.“ Und vielleicht wird es genau deshalb kein leichtes Spiel, sondern ein emotionaler Kraftakt zwischen Favorit und Herausforderer.

Wenn am Samstagabend der Schlusspfiff ertönt, will Gallardo sich zurücklehnen können. Erschöpft, aber zufrieden. Mit drei Punkten im Gepäck. Und dem Gefühl, wieder eine Hürde genommen zu haben. Denn sie müssen sich beweisen. Jede Woche aufs Neue.

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