Rote Raben bleiben zu Hause weiter ungeschlagen
Durfte sich am Ende über ihren ersten MVP-Titel freuen: Nadine Burbrink (rechts).
Vilsbiburg. Die weiße Weste bleibt bestehen – und das trotz großer Mühen. Auch nach dem 23. Spieltag sind die Damen der Roten Raben zu Hause weiterhin ungeschlagen. Im Niederbayernderby gegen den TV Dingolfing mussten die Vilsbiburgerinnen jedoch deutlich härter kämpfen, als ihnen lieb war. Am Ende stand ein 3:1-Erfolg (25:18/19:25/25:12/25:20) auf der Anzeigetafel – und damit drei weitere wichtige Punkte.
Den rund 1130 Zuschauern in der Ballsporthalle blieb allerdings nicht verborgen, dass die Raben-Spielerinnen eine lange und kräftezehrende Saison in den Beinen haben. Seit Wochen stehen sie unter Druck, als Tabellenführerinnen von allen gejagt zu werden – und trotzdem immer wieder liefern zu müssen.
„Wir sind nach der einwöchigen Spielpause nicht so gut in die Begegnung gekommen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte Nadine Burbrink, die erstmals in dieser Saison zur MVP gewählt wurde.
Auch Raben-Trainer Guillermo Gallardo war während der Partie kaum zu überhören. Immer wieder dirigierte und ermutigte der Argentinier sein Team lautstark. Nach dem Spiel kündigte er eine intensive Analyse am Montag an, zeigte aber zugleich Verständnis für seine Spielerinnen:
„Sie sind keine Maschinen. Es war klar, dass sie irgendwann das hohe Niveau nicht dauerhaft halten können.“
Sein Fazit fiel dennoch pragmatisch aus: Am Ende zählen die drei Punkte – und die blieben in Vilsbiburg. Gegen den TV Dingolfing, den Gallardo als „unangenehmen Gegner“ bezeichnete.
Dabei schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Im ersten Satz kontrollierten die Roten Raben das Geschehen souverän und setzten sich über 8:3 und 16:11 früh ab. Eine kurze schöpferische Pause und einige Aufschläge, die häufiger als gewohnt im Aus landeten, ließen die „Dingos“ beim 18:15 noch einmal hoffen. Doch vor allem Annie Hatch und Crystal Burk sorgten mit ihrer Durchschlagskraft dafür, dass der Satz nach 19 Minuten mit 25:18 an die Gastgeberinnen ging.
Der zweite Durchgang ließ die Zuschauer dann jedoch ungläubig die Augen reiben. Zwar starteten die Raben mit einer 2:0-Führung, doch plötzlich riss der spielerische Faden. Dingolfing nutzte die Schwächephase konsequent aus und zog Punkt für Punkt davon. Beim 20:10 lagen die Gäste sogar mit zehn Punkten vorne. Die Raben fanden kein Mittel mehr, um den Lauf zu stoppen. „Da haben wir zu viele Eigenfehler gemacht und es einfach nicht hinbekommen“, meinte Nadine Burbrink selbstkritisch. Der Satz ging schließlich mit 25:19 an den TV Dingolfing.
„Man kann nicht immer auf dem obersten Level spielen“, sagte auch Raben-Kapitänin Pia Fernau nach dem Spiel. Umso wichtiger sei es gewesen, „dass wir am Ende wieder zu unserem Spiel gefunden haben“.
Mit neuer Entschlossenheit starteten die Vilsbiburgerinnen in den dritten Satz – und plötzlich war die gewohnte Dominanz wieder da. Besonders Pia Fernau und in der Schlussphase Tina de Groot setzten die Dingolfingerinnen unter Druck. Über 8:4 und 16:7 bauten die Raben ihre Führung kontinuierlich aus und zogen bis auf 20:11 davon. Ein Aufschlag ins Netz der Gäste beendete schließlich den Satz nach 18 Minuten – 25:12 für die Roten Raben.
Auch im vierten Durchgang hielten die Gastgeberinnen das Spielgeschehen weitgehend unter Kontrolle. Über 8:4 und 16:12 lagen sie lange komfortabel vorne. Als Dingolfing sich in der Schlussphase noch einmal auf 19:17 herankämpfte, reagierte Gallardo sofort mit einer Auszeit. Danach sorgten Annie Hatch und Crystal Burk mit den letzten beiden Punkten für die Entscheidung zum 25:20.
Mit diesem hart erarbeiteten Sieg verteidigen die Roten Raben ihren Zehn-Punkte-Vorsprung in der Sparda 2. Liga Pro vor Straubing. Jetzt dürfen die Spielerinnen erst einmal kurz durchschnaufen: Am kommenden Wochenende ist spielfrei, bevor es am Samstag, 21. März, zum Tabellenvorletzten TV Hörde geht.
