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Rote Raben haben noch eine Rechnung offen

Die Spielerinnen der Roten Raben (hier Crystal Burk) werden gegen Stralsund um jeden Ball kämpfen.Die Spielerinnen der Roten Raben (hier Crystal Burk) werden gegen Stralsund um jeden Ball kämpfen.

Vilsbiburg. Wenn die Roten Raben am Samstag um 19 Uhr in der Vilsbiburger Ballsporthalle aufs Feld laufen, liegt mehr als nur ein gewöhnliches Ligaspiel in der Luft. Es ist dieses besondere Kribbeln. Diese Mischung aus Vorfreude, Anspannung – und dem festen Willen zur Revanche.

Denn mit den Sparkassen Wildcats Stralsund kommt ausgerechnet die einzige Mannschaft nach Vilsbiburg, die dem Tabellenführer der Sparda 2. Liga Pro in dieser Saison eine Niederlage zufügen konnte. Am 11. Oktober, vor gut drei Monaten, rang das Team des dänischen Trainers Kim Hakan Buchwald die Raben in einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi mit 3:2 nieder. Eine Niederlage, die bis heute nachhallt.

Rote Raben sind gefestigt und selbstbewusst

Schon damals hatte Raben-Coach Guillermo Gallardo vor dem starken Aufsteiger gewarnt – und sollte Recht behalten. Vor eigenem Publikum spielte sich Stralsund in einen regelrechten Rausch, kämpfte um jeden Ball, während die Vilsbiburgerinnen einfach keinen Zugriff fanden. Immer wieder fehlte der entscheidende Punkt, die nötige Konsequenz, das Momentum. „Es hat in allen Bereichen immer das letzte Quäntchen gefehlt“, erinnert sich Spielführerin Pia Fernau. Und man spürt: Diese Niederlage nagt. Nicht nur emotional, sondern auch tabellarisch – vom ersten auf den dritten Platz rutschten die Roten Raben damals ab.

Doch seitdem ist viel passiert. Die Raben führen die Tabelle wieder souverän an. Selbstbewusst. Gefestigt. Gereift.

Aber Stralsund bleibt gefährlich. Mit neun Siegen aus 18 Spielen stehen die Wildcats zwar „nur“ auf Rang acht, doch sie sind unberechenbar – ein Gegner, der jederzeit überraschen kann. Anfang des Jahres fegten sie Bayer Leverkusen glatt mit 3:0 vom Feld. Genau diese Schwankungen machen sie so schwer auszurechnen. „Das Potenzial ist da, dennoch spielen sie sehr wechselhaft“, analysiert Gallardo nach intensivem Videostudium. Besonders die Diagonalspielerinnen Rosalie Nimz und Mille Kjosas hat er im Blick. „Die müssen wir unter Kontrolle bekommen.“

Pia Fernau: "Wir sind super motiviert"

Trotz aller Vorsicht ist die Marschroute klar. „Wir wollen zu Hause unbedingt gewinnen“, stellt der Trainer unmissverständlich klar. Und auch Pia Fernau ergänzt: „Wir sind super motiviert und wollen unseren Fans zeigen, dass es ein Ausrutscher war.“ Die Kapitänin ist überzeugt, dass ihr Team heute ein anderes ist als noch im Oktober. „Seitdem haben wir uns weiterentwickelt.“ Gallardo nickt: „Wir sind im Verlauf der Saison deutlich besser geworden.“

Doch beide wissen: Worte allein gewinnen keine Spiele. Leidenschaft, Konzentration und Mut sind gefragt. „Wir müssen unser Potenzial auch aufs Feld bringen“, sagt Fernau selbstkritisch. Und wenn das gelingt, ist sich ihr Trainer sicher: „Wenn wir uns auf uns konzentrieren, holen wir die drei Punkte.“

Am Samstag soll die Ballsporthalle beben. Und die Roten Raben wollen zeigen, dass Rechnungen am schönsten vor heimischer Kulisse beglichen werden.

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