Rote Raben lassen nichts anbrennen – 3:0-Sieg in nur 54 Minuten
Auch beim Rückspiel hatte der BBSC Berlin dem Angriffswirbel der Roten Raben nur wenig entgegen zu halten.
Vilsbiburg. Pflichtaufgabe souverän erledigt: Die Roten Raben Vilsbiburg haben beim Tabellenletzten BBSC Berlin einen ungefährdeten 3:0-Erfolg (25:14, 25:11, 25:16) eingefahren und ihre Spitzenposition in der Sparda 2. Liga Pro eindrucksvoll verteidigt. Gerade einmal 54 Minuten benötigten die Niederbayerinnen für den nächsten klaren Sieg.
Die Voraussetzungen waren allerdings alles andere als optimal. Alayna Crabtree musste krank passen, Trainer Guillermo Gallardo reiste mit nur neun Spielerinnen in die Hauptstadt. Dazu kam die ungewohnt kalte Ballsporthalle in Köpenick, in der es schwerfiel, schnell auf Betriebstemperatur zu kommen. „Die Mannschaft hat trotzdem einen guten Job gemacht“, lobte Gallardo nach der Partie.
Und das von Beginn an. Hochkonzentriert starteten die Raben in die Begegnung, setzten Berlin sofort unter Druck und lagen früh mit 8:2 in Führung. Die Gastgeberinnen fanden kaum ins Spiel, während Vilsbiburg Punkt für Punkt davonzog. Erst zum Ende des Satzes unterliefen den Raben-Spielerinnen Fehler im Angriff. Doch ein Aufschlagfehler des BBSC besiegelte das 25:14 im ersten Satz nach nur 16 Minuten.
Im ersten Satz präsentierten sich die Roten Raben in allen Belangen überlegen: „Sie machen im Prinzip, was sie wollen“, bescheinigte einer der Kommentatoren der Live-Übertragung dem Spiel der Vilsbiburger Damen. Die BBSC-Damen agierten dagegen viel zu vorsichtig und zu wenig aggressiv. „Man sah es an ihren Gesichtern, dass sie sich bemühten, keine Fehler zu machen. Das hat sie aber offensichtlich eher gehemmt“, meinte Vilsbiburgs Coach Gallardo, obwohl er sich normalerweise nicht zu gegnerischen Spielerinnen äußert.
Die Roten Raben machten im gleichen Stil weiter und zogen gleich mal mit 8:1 im zweiten Satz davon. Auch Sicht von Pia Fernau haben sie im ersten Satz noch zu viele Eigenfehler produziert. „Die haben wir im zweiten Satz minimiert“, war ihre Erklärung für die klare Führung der Roten Raben im zweiten Satz. „Die Spannung und den Fokus zu halten, war wichtig“, betonte Spielführerin Pia Fernau. Über 8:1 und 16:3 ging es schnurstracks zum 25:11. Annie Hatch verwandelte den ersten Satzball zur beruhigenden 2:0-Führung.
Im dritten Satz erlaubten sich die Roten Raben eine kurze Schwächephase. Dank aggressiver Aufschläge von Annalena Grätz, die bereits viermal zur MVP gewählt wurde, konnte Berlin auf 4:1 davonziehen. Beim 6:9 sah sich Raben-Trainer Guillermo Gallardo genötigt, eine Auszeit zu nehmen. „Wir haben zu Beginn des dritten Satzes die Spannung etwas verloren. Das passiert unbewusst, da mache ich meinen Spielerinnen gar keinen Vorwurf. Aber ich habe sie daran in der Auszeit erinnert“, verriet der Raben-Trainer. Danach lief es dann wieder bei den Roten Raben: Beim 10:10 waren Pia Fernau & Co. wieder im Spiel und ließen sich dann auch die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Besonders bei längeren Ballwechseln zeigten sie ihre Klasse. Mit einem ihrer unnachahmlichen Angriffsschläge besorgte Diagonalspielerin Annie Hatch das 24:16. Mittelblockerin Julia Brandhuber war es vorbehalten, gleich den ersten Matchball zum 25:16 zu verwandeln. „Im dritten Satz hatten wir ein bisschen Startschwierigkeiten“, meinte Raben-Spielführerin Pia Fernau nach dem Spiel, aber „dank einer guten Teamleistung haben wir diese Begegnung für uns entschieden“.
Einziger Wermutstropfen: Zeitgleich spielte in der Fußball-Bundesliga Union Berlin in der alten Försterei gegen Borussia Dortmund und der Bus mit dem Raben-Team hatte einige Mühe, sich einen Weg zur Autobahn in Richtung Vilsbiburg zu bahnen.
Jetzt dürfen die Raben zwei Tage regenerieren, bevor der Blick nach vorne geht. Am Samstag, 31. Januar, steht das nächste Heimspiel an – ausgerechnet gegen die Wildcats Stralsund, das bislang einzige Team, das Vilsbiburg in dieser Saison bezwingen konnte. Die Chance zur Revanche ist also angerichtet.
