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"Wir müssen stark im Kopf bleiben"

Raben-Trainer Guillermo Gallardo zieht ein positives Fazit der Vorrunde der Saison 2025/26.Raben-Trainer Guillermo Gallardo zieht ein positives Fazit der Vorrunde der Saison 2025/26.

Vilsbiburg. Die Roten Raben stehen unangefochten zum Ende der Vorrunde auf dem ersten Platz in der Sparda 2. Liga Pro. Sie haben gegen jede andere Mannschaft einmal gespielt und dabei 40 Punkte eingesammelt. Soviel wie keine andere Mannschaft. Der Tabellenzweite NawaRo Straubing hat 33 Punkte und der Tabellendritte VfL Oythe 32 Punkte. In 14 Spielen haben die Roten Raben 13 Mal das Spielfeld als Sieger verlassen, nur gegen die Sparkassen Wildcats Stralsund kassierten sie eine 2:3-Niederlage. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass die Mannschaft der Roten Raben erst fünf Sätze abgeben musste: drei Sätze gegen Stralsund und jeweils einen Satz gegen Waldgirmes und VCO Dresden.

Beim Blick zurück äußert sich Raben-Trainer Guillermo Gallardo, der in dieser Saison wieder das Zepter bei der ersten Mannschaft übernommen hatte, mehr als zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison. „Wir wussten nicht, wie sich die Mannschaft entwickeln würde, schließlich mussten vier neue Spielerinnen erst einmal integriert werden“. Gemeint sind die beiden Amerikanerinnen Annie Hatch, Alayna Crabtree, Anna Jahn und Pia Fernau, die vom Erstligisten Münster nach Vilsbiburg wechselte. „Wir haben viel Zeit und Energie verwendet, um die Mannschaft zusammenzubringen, sie sowohl im sportlichen Bereich als auch menschlich zu einer Einheit zu formen“, erklärt der Raben-Trainer und lobt: „Die Mannschaft hat ziemlich schnell zusammengefunden, das spricht für den guten Charakter jeder Spielerin“.

Das wird auch von Raben-Spielführerin Pia Fernau bestätigt: „Wir haben viel Spaß miteinander und sind schnell zusammengewachsen“.

"Haben es immer geschafft, eine konstante Leistung zu bringen"

Doch trotz der guten Entwicklung sei man mit keinem festen Ziel in die Saison 2025/26 gestartet, sagt Gallardo. „Die Mannschaft sollte eine Einheit werden, jede Spielerin sich individuell weiterentwickeln und wir wollten oben mitspielen“, lautete die vage Vorgabe. Zu Beginn habe sich das Team darauf fokussiert, die eigenen Sachen gut zu machen. „Trotz unserer Schwankungen im ersten Satz, haben wir es dann doch immer geschafft, eine konstante Leistung zu bringen“, so Pia Fernau, die auch in ihre neue Rolle mit viel Verantwortung erst einmal hineinwachsen musste. „Da habe ich mir anfangs selbst viel Druck gemacht und hohe Erwartungen an mich selbst gehabt“, verriet sie. Doch dank der Unterstützung im Team sei das besser geworden.

Dass es auf Anhieb so gut klappen würde, macht Trainer Gallardo gleich an mehreren Punkten fest: Zum einen „ziehen alle Spielerinnen zu 100 Prozent mit. Sie geben auch in jeder Trainingseinheit alles, sie wollen den Erfolg“. Zum anderen haben sich die Neuzugänge als die erhofften Verstärkungen erwiesen. Zuspielerin Pia Fernau wurde sofort zur Spielführerin gewählt und sie führt das Team, zusammen mit Crystal Burk, auf und neben dem Feld souverän. Annie Hatch entwickelt sich immer mehr zu einer zuverlässigen Punktelieferantin und Alayna Crabtree liefert auch stets eine Top-Leistung, wenn sie aufs Feld kommt, auch wenn sie nicht zur Starting-Six gehört. Lediglich Anna Jahn konnte nicht die an sie gestellten Erwartungen erfüllen. Doch mit ihr hat man sich bei einem offenen und ehrlichen Gespräch verständigt und den laufenden Vertrag aufgelöst.

Der dritte Punkte ist aus Gallardos Sicht weniger erfreulich, denn aus seiner Sicht ist das spielerische Niveau in der Sparda 2. Liga Pro nicht so hoch wie es sein sollte. „Die Liga wurde extra eingeführt, damit Mannschaften sich hier auf das Niveau der ersten Bundesliga vorbereiten. Da liegt aber noch ein Weg vor uns“. Für Pia Fernau waren die deutlichen Schwankungen im Niveau auffällig. „Aber das muss man als gute Mannschaft lösen können“, so die Raben-Spielführerin.

Akribische Trainingsarbeit zahlt sich aus

Wo liegen aus Sicht des Trainers die Stärken des Raben-Teams. Die sieht er vor allem im Block sowie in der Annahme und der Abwehr. „Ich glaube, dass es keine Mannschaft in der Liga gibt, die so erfolgreich im Block ist, wie wir“. Doch das ist das Ergebnis einer akribischen Trainingsarbeit. „Wir üben viel und regelmäßig in Sachen Sprungkraft und Timing“, verrät er.

Dazu kommt, dass die Roten Raben sehr variabel im Angriff agieren können. Während in der vergangenen Spielzeit das Spiel sehr auf die herausragende Cayetana Lopez Rey zugeschnitten war, sind beide Zuspielerinnen bemüht, alle Angreiferinnen einzusetzen; und das sowohl auf den Außenpositionen, als auch in der Mitte. „Da brauchen wir noch ein bisschen Zeit, aber das entwickelt sich schon ganz gut“, meint Trainer Gallardo.

"Jede Mannschaft wird versuchen, uns ein Bein zu stellen"

Für den weiteren Verlauf der Saison sieht er die Mannschaft gewappnet. Wenn alle gesund bleiben und sich keine Spielerin verletzt, relativiert der Argentinier. Seine Aufgabe sieht er vor allem darin, die Spannung bei den Spielerinnen weiter hoch zu halten, so dass sie keinen Gegner unterschätzen und während des gesamten Spiels fokussiert bleiben. „Nachlässigkeiten dürfen wir nicht tolerieren“, sagt der Raben-Trainer. Doch er sieht sie auf einem guten Weg, da „alle Spielerinnen einen Schritt weitergehen wollen“. Für Raben-Spielführerin Pia Fernau ist es wichtig, dass die Mannschaft „sich auf alles gefasst macht. Es ist klar, dass jedes Team versuchen wird, das Beste zu geben, um uns zu ärgern oder sogar ein Bein zu stellen. Wir aber wollen unser Niveau halten und den gegnerischen Teams einen Strich durch diese Rechnung machen“.

Aus Sicht von Trainer Gallardo wird die Rückrunde aber auch schwieriger, da beispielsweise die beiden schweren Auswärtsspiele in Straubing und Oythe im Terminkalender stehen. „Da müssen wir stark im Kopf bleiben“, fordert Raben-Trainer Guillermo Gallardo.

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